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Ein Maklerangebot von Benjamin Farmer, Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO – kein Versicherer, kein Vergleichsportal.

Wechsel der Hundekrankenversicherung bei Vorerkrankung

Warum ein Wechsel an der Gesundheitsfrage scheitert, was der Versicherer nach einer unvollständigen Anzeige tun darf und welche Fristen dabei laufen — mit den Absätzen des § 19 VVG, an denen sich das entscheidet.

Worauf es ankommt

Der Versicherer muss seine Rechte aus einer Anzeigepflichtverletzung binnen eines Monats ab Kenntnis geltend machen und dabei die Umstände angeben, auf die er sich stützt (§ 21 Abs. 1 VVG). Ein Schreiben ohne diese Angabe ist keine wirksame Ausübung.

Der Ausgangspunkt: gefragt ist gefragt

Anzuzeigen sind nach § 19 Abs. 1 VVG die Ihnen bekannten Gefahrumstände, nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat. Nicht mehr und nicht weniger. Was nicht gefragt wurde, muss auch nicht von sich aus mitgeteilt werden — das ist der Unterschied zur alten Rechtslage und der Grund, warum die Gesundheitsfragen so lang geworden sind. Wer wechseln will, sollte deshalb zuerst den Fragebogen des neuen Versicherers neben die Behandlungsunterlagen legen, nicht neben den alten Fragebogen.

Was der Versicherer darf — und was nur bei welchem Verschuldensgrad

Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer zurücktreten (§ 19 Abs. 2 VVG); bei grober Fahrlässigkeit entfällt das Rücktrittsrecht allerdings, wenn er den Vertrag auch bei Kenntnis geschlossen hätte. Bei einfacher Fahrlässigkeit bleibt ihm die Kündigung mit Monatsfrist (§ 19 Abs. 3 VVG). Und wenn er den Vertrag zu anderen Bedingungen geschlossen hätte, werden diese rückwirkend Vertragsbestandteil (§ 19 Abs. 4 VVG). Das ist der Fall, in dem am Ende ein Vertrag mit Ausschluss steht statt gar keiner.

Die Fristen, die für Sie arbeiten

Der Monat des § 21 Abs. 1 VVG läuft ab Kenntnis der Umstände, nicht ab der Rechnung. Und nach fünf Jahren ab Vertragsschluss sind die Rechte des Versicherers ausgeschlossen — bei vorsätzlicher oder arglistiger Verletzung nach zehn Jahren (§ 21 Abs. 3 VVG). Die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung bleibt daneben bestehen (§ 22 VVG). Wer eine Ablehnung oder einen Rücktritt bekommt, sollte als Erstes das Datum der Kenntnis suchen.

Der praktische Fehler beim Wechsel

Der alte Vertrag wird gekündigt, bevor der neue policiert ist. Zwischen Antrag und Annahme liegt bei Vorerkrankungen regelmäßig eine Rückfrage beim Tierarzt, und in dieser Zeit ist das Tier im schlechtesten Fall ohne Schutz. Die Reihenfolge ist deshalb: neuer Vertrag angenommen, dann alter gekündigt.

Normbezug

  • § 19 VVG
  • § 21 VVG
  • § 22 VVG

Stand: 09.09.2026. Diese Seite ordnet ein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.